Judoclub Raika Kirchberg

Judo - Der sanfte Weg

 

Entwicklung in Österreich

Um 1900 ist JUJUTSU, JU/JIU-JITSU in Österreich durch Zirkusdemonstrationen von Japanern bekannt geworden bzw. wurde zu dieser Zeit eingeführt.

In den Jahren 1912 bis 1926 unterrichtete Karl Bauer im ersten Wiener Gemeindebezirk (Hegelgasse-WAC-Heim) JUJUTSU, JU/JIU-JITSU.

Sein bekanntester Schüler war Josef Diwischek, der sich auf JUJUTSU, JU/JIU-JITSU Techniken spezialisierte, die wenig Kraft, jedoch große Schnelligkeit erforderten und sehr fintenreich waren. Er bildete die Wiener Polizei im 3. Wiener Gemeindebezirk in der Marokaner Kaserne aus und war Leiter der Sektion JUJUTSU, JU/JIU-JITSU der Polizeisportvereinigung im 1. Bezirk Postgasse 7.

Außerdem organisierte er viele Werbeveranstaltungen, wie z.B. die „Jiu-Jitsu Sportrevue“ und eine „Jiu Do“- Vorführung von Prof. Dr.Jigoro Kano (dem Begründer des Judo), der bei einer Europa Tournee (1937) Wien besuchte.

Diwischeks bekanntester Schüler, der 1902 geborene Prof. Rautek, blieb der Stilrichtung seines Lehrers treu und entwickelte bzw. verfeinerte diese noch weiter. Seine erste Schule eröffnete Rautek im 4. Bezirk, Margaretenstr. 38. Es folgte die Gründung verschiedener Schulen in mehreren Wiener Gemeindebezirken. Außerden hielt Prof. Rautek Kurse an Volkshochschulen ab, bildete die Justizwache und die Polizei aus und unterrichtete von 1941 bis 1947 JUJUTSU, JU/JIU-JITSU an der Universitätsanstalt Wien.

Neben Karl Bauer (1912 – 1926) eröffnete Franz Sager (geboren 1891), auch bekannt unter dem Namen „Willy Curly“ (Europameister im Jiu-Jitsu) im Jahr 1919 die 1. Jiu-Jitsu Schule Österreichs mit seinem Schwager Heinz Kowalzki dem späteren Präsidenten des Sportverbandes. 1924 trennte sich Curly von Kowalzki und eröffnete in der Mariahilferstraße 85 eine nach japanischem Vorbild eingerichtete Sportschule.

Seine bekanntesten Schüler, Ing. Otto Klimek und Edmund Gabriel, gründeten den Jiu-Jitsu Club Leopoldstadt in der Taborstraße 1-3. Klimek, der gute Verbindungen zur japanischen Botschaft hatte, konnte wie Josef Diwischek eine Jiu Do Vorführung von Prof. Jigoro Kano, in seinem Club in der Taborstraße organisieren. Bei dieser Gelegenheit verlieh Prof. Kano dem Veranstalter Klimek den 2.Dan Jiu-Do.

Heinz Kowalzki, geb. 1888, führte 1926 Jiu-Jitsu beim ASKÖ ein und war bis 1928 dessen Betreuer (Fachwart) Seine bekanntesten Schüler waren Josef Kühr, Leopold Wunsch und Prosper Buchelle. Josef Kühr, geb. 1894, war im Jahr 1923 noch Boxmeister und wurde im Jahr 1924 Jiu-Jitsu Meister. Gemeinsam mit Josef Ebetshuber und Hermann Vollnhofer, forderte er im Jahre 1946, die Freistilringer im Zirkus Rebernigg erfolgreich heraus. Außerdem gründete Kühr mit Josef Ebetshuber, Stefan Achenbrenner und Baron Huber Klinger von Klingersdorf, im Jahr 1956 den Jiu-Jitsu Verband Österreich.

Josef Ebetshuber, geb. 1905, besiegte nach dem Krieg die Freistilringer im Zirkus Rebernigg, die fast alle mehr als das Doppelte seines Körpergewichts in den Ring brachten. Ebetshuber leitete viele Kurse und war bei unzähligen Lehrgängen technischer Leiter. Er bereiste bis zu seinem Tode im Jahre 1987 mehrmals das Ausland und es gibt sicher nicht viele Sportschulen in der BRD, in denen Ebetshuber nicht als Trainer oder Prüfer tätig war. Bis zuletzt leitete er seinen Jiu-Jitsu Club Donau Schwechat. Als Inhaber des 10.Dan Jiu-Jitsu war er der ranghöchste Jiu Jitsuka Europas und auch in verwandten Kampfsportarten hochgraduierter Meister.

Baron Huber Klinger von Klingersdorf, geb. 1920, lernte während der Kriegsjahre Jiu-Jitsu und entwickelte sich zu einem ausgezeichneten Kämpfer. Sein bekanntester Lehrer war Erich Rahn. Zu Kriegsende unternahm er eine Fernostreise bei der er sich unter anderem auch in Jiu-Jitsu weiterbildete. Ein späterer Trainer war der Japaner Mikonosuke Kawaishi (Nationaltrainer von Frankreich).

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